> Stereo Typen

Taschenrebell

Man müsste ja mal... Es stört mich schon, dass... Unsere Generation ist nicht unpolitisch, sie ist höchstens bequem und mitunter ein wenig verwöhnt. Und weil wir das alle an uns selbst beobachten, war es an der Zeit, diese Tragik in Noten und Worte zu fassen. Ein kleiner Hilferuf und Rechtfertigungsversuch für mangelndes Engagement.
Empfehlung: Immer dann hören, wenn Menschen laut mit Trillerpfeifen und Schildern Parolen skandierend durch die Straßen ziehen. Außer an Rosenmontag, da hilft „Taschenrebell" auch nicht mehr.

Herbst

Nachdem vor allem Sommer und Winter immer wieder zu Recht musikalische Würdigung erfahren, war es an der Zeit, dem so stiefmütterlich behandelten Herbst endlich eine Plattform zu verschaffen. Natürlich mit Benes atemberaubendem Hüftschwung zum passenden Herbstgroove – einer Salsa. Und so ist Herbst das zweite Sommerlied auf der Platte.

Wann sind wir glücklich

Eine Frage, die natürlich jeder für sich zu beantworten hat, daher auch ein sehr persönliches Lied. Manchmal reicht schon ein kühles Bier oder ein warmer Sommertag, man muss hier also nicht die große philosophische Keule rausholen – kann man aber.
Empfehlung: Immer mal wieder reinhören, wenn die hektische Alltagswelt nicht allzu viel Zeit zum Durchschnaufen und zur Reflexion lässt.

Die Frau im Trash TV

Ein Lied, das in seinem Groove und seiner Gesamtwirkung schon eher zur allgemeinen Erheiterung beiträgt, aber bei näherer Betrachtung eine große Portion Tragik offenbart. Auf dem Weg zu ein wenig zweifelhafter Medienpräsenz verliert so mancher Protagonist seinen letzten Funken Selbstachtung.
Empfehlung: Laut aufdrehen, dazu „Das perfekte Promidinner" schauen und sich freuen, dass seine eigenen Unzulänglichkeiten wenigstens nicht von Millionen Menschen wahrgenommen werden.

Sprachlos

Das erste SUNA Lied, das ohne Worte auskommt und allein von der musikalischen Stimmung lebt. Ein Experiment, das seinen Effekt nicht verfehlt und einen Spannungsbogen skizziert, der auf lyrische Elemente verzichten kann.
Empfehlung: Seine ganz eigene Geschichte in den verschiedenen Etappen des Songs suchen. Ändert sich täglich.

Perfekt

Der hoffentlich legitime Nachfolger unserer Quotenballade „Momente", die vor allem beim weiblichen Geschlecht auf hohe Akzeptanz stieß. „Perfekt" beschreibt die Ästhetik, die im Unvollkommenen liegt und ist das einzige klassische Liebeslied auf der Platte. Und es deutet sich an, dass der Neid, äh ich meine die Geschmacksunterschiede, zwischen Sänger/ Komponist und den anderen 4 Bandmitgliedern hier nicht so groß ausfallen wie bei „Momente".
Empfehlung: Den Fokus nicht zu sehr auf die Unvollkommenheiten legen. Ab der 2. Bemerkung übers Gewicht kann es wehtun...

Eintönig

Eine Abrechnung mit dem ein oder anderen sehr – nun ja – herausfordernden Publikum, dessen Begeisterungsstürme doch eher lauen Lüftchen glichen. Ab jetzt haben wir ein passendes Gegenmittel und machen mit diesem Song „Dienst nach Vorschrift" ganz im Sinne des Liedtitels.
Empfehlung: Wer ein c sucht und grad kein Klavier zur Hand hat – Bene hilft in Refrain und Bridge.

Castingshow

Ein Thema, das mir schon lange auf der Seele brannte: Ich habe bis heute nicht begriffen, warum die Musiklandschaft Castingshows benötigt. Die Fernsehlandschaft fährt gut mit ihnen, ja. Und die Werbeindustrie sowieso. Aber ist die Welt nicht voll von guten und interessanten Musikern, die ihre Botschaften und Melodien ohne die Hilfe von Empathie unfähigen Musikproduzenten in die Welt schicken? Im Modelbusiness ist das übrigens nicht anders. Es amüsiert mich, dass allein die Tatsache, dass eine Show nicht durch permanente Beleidigungen und Entmutigung auffällt, sie zu einer guten Castingshow macht. Vielleicht sollten wir mal Castingshowredakteure und –produzenten casten...
Empfehlung: Während des Hörens auf einen Drehstuhl setzen und sich erst zwei Sekunden vor Schluss umdrehen, dabei ein Sofakissen als Buzzer verwenden und euphorisch aufspringen.

Smartphone

Eine Liebeserklärung der ganz besonderen Art. Nicht nur mein erster Blick morgens wandert zu meinem Smartphone um zu checken, ob ich in den letzten 7-8 Stunden nicht etwas bann- oder bahnbrechendes verpasst habe. Wer erfindet auch so etwas Sinnfreies wie schlafen? Der Song greift die teilweise schon obsessive erotische Beziehung der Nutzer zu ihren Endgeräten auf, deren Ende man sich lieber gar nicht vorstellen mag...
Empfehlung: Idealer Klingelton.

Ein Lied

Ein Lied wie geschaffen für Josefs Stimme. Die zarte, leicht naive Flucht in die Parallelwelt der Musik, in der man mit Hoffnung, Fantasie und Mut deutlich mehr erreichen kann als im tristen Alltag. Nicht umsonst unser interaktivstes Lied, bei dem wir zum ersten Mal einen kleinen Chor mit auf die Platte genommen haben. Leichter Hang zum Kitsch ist da natürlich vorprogrammiert.
Empfehlung: Refrain schleunigst auswendig lernen, bevor man ein SUNA Konzert besucht.

Unterschätzt

Nicolas räumt auf. Und zwar mit den Vorurteilen, die Bässen im Allgemeinen und ihm im Speziellen angedichtet werden. Sein einziger Song auf dem Album, aber sicherlich einer der wirksamsten. FSK 12. Mindestens.
Empfehlung: Viel Bass in die Anlage drehen, um Benes Vorzeigemodell einer Bassstimme hörbar zu machen.

Sonne raus

Als mir auffiel, dass unser Album im Mai rauskommen würde, hielt ich die Idee, einen Song über Sommer und Sonne zu schreiben, nicht für völlig abwegig. „Sonne raus" beschreibt das leider viel zu häufig gewordene Gefühl, wenn Alltag und Wetter sich gemeinsam gegen einen selbst verschworen haben. Und wie so oft reichen ein paar Sonnenstrahlen, um das Lächeln wieder auf die Gesichter zu zaubern. Ein Lied wie gemacht für unseren Sonnenschein Josef.
Empfehlung: Immer dann hören, wenn man wütend aufs Wetter ist – also eigentlich jeden Morgen

Nicht wirklich verliebt

Zeigt die Gratwanderung zwischen Kitsch und Emotionalität und damit auch, wie schwer es ist, gute Liebeslieder zu schreiben. Der Song singt sich wie ein schmieriger Schlager, aber ab und an blickt doch die eine oder andere Zeile durch, die man sich mit viel Wohlwollen sogar ernst zu nehmen traute. Müsste eigentlich unser Durchbruch sein.

Lasst uns raus

Nachdem mittlerweile drei von fünf SUNA Sängern über Musicalerfahrung verfügen, war es Zeit, auch dieses Genre entsprechend zu würdigen – was läge da näher als eine kleine Parodie. Die menschliche Kälte im Showbusiness und die überzogenen Erwartungen an uns, all das setzt uns mittlerweile arg zu. Die Luft ist dünn im Pop Olymp! Besonderes Highlight ist der musicalübliche Dialog unseres Traumduos Bene und Thomas.
Empfehlung: Den Dubstep Part suchen und kräftig abfeiern!

Wenn der Tag geht

Ein versöhnlicher Abschluss eines Tages aber auch dieser Platte. Es geht um die Abendstunden, die mit ihrer Entschleunigung, der umhüllenden Dunkelheit und dem Spiel der Schatten so manche Verwirrung wieder gerade rücken. Gerade unter uns fünf Hektikern eine sinnvolle Eigentherapie.
Empfehlung: Ideal für verträumte, leicht melancholische Abendstunden allein auf der Couch.